“Pops Tönende Wunderwelt” – Internet-Radio aufnehmen mit VLC

Der VLC kann sehr einfach zur Aufnahme von Internet-Streams benutzt werden. Etwas komplexer sogar automatisiert. Schauen wir mal, wie das geht…

Pops Tönende Wunderwelt

Pops tönende Wunderwelt ist ‘eine sogenannte Sendung’ die Sonntagsabends auf Radio Bremen 1 läuft. Mit unheimlichem musikalischem Wissen, unterhaltsamen Anekdoten, Weltmusik und anderen muskalischen Perlen unterhält der Moderator Joachim Deicke ganz hervorragend Freunde von trockenem Humor und musikalischen Leckerbissen der besonderen Art.

Die zweite Stunde…… ‘verliest’ der ‘geschwätzige’ Moderator Faxe seines Freundes Paul Eduard Poplinski, seineszeichens Barbesitzer auf der Karibikinsel Tobago. In diesen Faxen werden die Abenteuer von (kurz) Paul E. Pop erzählt, die sich in einem wilden Gewirr aus fantastischen Ideen tummeln. So ist ein immer wieder kehrendes Element die ‘globale Rutschbahn’, ein Dimensionen, Zeiten und Universen verbindendes Netzwerk, in dem ‘Eingeweihte’ zwischen diesen Orten Reisen können. Eine Geschichte erstreckt sich über im Schnitt etwa 14 Kapitel und erzählt jeweils eine abgeschlossene Geschichte.

Der Empfang…

Soviel zur ‘sogenannten Sendung’ des ‘geschwätzigen Moderators’. Bedauerlicherweise war ich Jahrelang im Hinterland (Südniedersachsen) abgeschnitten von jeglichem Empfang über UKW und musste darben. Das normale Sendegebiet reicht ein klein wenig ins Hinterland von Niedersachsen aber nicht wirklich weit. Kurzfristig ließ sich die Sendung aus der Schweiz per Internet importieren. Doch auch diese Möglichkeit war leider nicht von Dauer. Versuche mit MW schlugen fehl, da Bremen1 seine Sendeleistung ab 22:00 drosselt und zum hören von 2 Stunden unterhaltsamen Radios die Haltung: “Antenne in den Zehen, ein Finger in der Nase, die andere Hand im Ohr kopfstehend vor dem nördlichsten Fenster der Wohnung” nicht wirklich komfortabel war.

Zum Glück hatte Radio Bremen vor etwa 2 Jahren dann endlich ein Einsehen und stellt seitdem auch einen Stream von Bremen1 zur Verfügung.

Die Aufnahme mit VLC…

Schön und gut. Aber was, wenn man Montags um 5 aufstehen muss? Oder wenn man mal nicht da ist? Oder vielleicht die Abenteuer auch einfach nochmal hören möchte?

Mit dem Livestream ist nun alles einfacher. Die Aufnahme mithilfe der graphischen Benutzeroberfläche des VLC ist bereits recht gut zu erledigen. Stream URL in den Konvertier-Assi eingegeben, Format ausgewählt, Datei angegeben und ab dafür. Aber wie gesagt, geht das nicht irgendwie auch automatisch? Ich mein, ich muss morgen um 5 Uhr aufstehen… Wirklich!

Ja! Es geht automatisch! ABER: Das ist bedauerlicherweise nicht trivial!

Für die ganz Eiligen erstmal, SO GEHT’s:

Was passiert dort: VLC wird aufgerufen, mit (1) einem Caching des Streams von 5 Sekunden, und zwar (2) den Stream. (3) Schiebt den Datenstrom einfach so, wie er kommt (raw) auf die Platte und codiert mit den Prozentzeichen gleich das Datum und die Uhrzeit der Aufnahme. (4) gibt an wie lange das geschehen soll und (5) sagt dem VLC, dass er danach gefälligst geschlossen werden soll. Das alles ist natürlich in eine Kommandozeile zu schreiben. Ich habe dafür eine Verknüpfung unter Windows angelegt, auf die ich einfach nur zu klicken brauche und schon nimmt er mir den Livestream auf die Platte auf. Mit anständigem Dateinamen und sogar einer Datumsangabe.

Traumhaft! Doch halt… Man hört ja gar nichts?

Richtig: Jetzt wird es richtig kompliziert. Wenn man den Stream parallel auch hören möchte (nehmen wir mal an, wie müssen morgen nicht um 5 aufstehen), dann gibt es mehrere Möglichkeiten. Man könnte das Programm VLC einfach nochmal starten (wenn mich nicht alles täuscht so nennt sich das ‘eine weitere Instanz des Programms’). Die Datei die gerade aufgenommen wird, können wir dann öffnen und parallel einfach abspielen. Funktioniert. Ist nur nicht sonderlich praktisch. Dafür gibt es allerdings auch eine andere Möglichkeit.

Wieder für die eiligen:

(1),(2),(4) und (5) kennen wir schon. Aber (3) sieht nun vollständig anders aus. Wir sagen dem VLC damit erstmal: Er soll den Stream duplizieren, danach sagen wir ihm wo es hin soll: 1. ans ‘Display’ (wir wollen es ja hören, das Display ist in diesem Fall die Audio-Wiedergabe) und 2. an Standard, im Modus File, als RAW, in das Ziel (dst=destination) X:… .

Ich kann Euch sagen, bis ich soweit war, habe ich eine Menge Zeit zugebracht, und das ist nur AUDIO. Aber jetzt funktioniert es tadellos. Ich geh davon aus, dass es auch auf MacOS und Linux genauso funktionieren sollte. Das kann ich aber nicht mit Gewissheit sagen.

1. Diskussionsforum, Thema “Zeitgesteuerte Aufnahme”
2. Videolan – WIKI, Strings formatieren
3. Videolan Dokumentation, Einen Stream abspeichern

apw

Axel ist Elektrotechniker in Forschung, Planung und Fertigung. Er schreibt über Spiele, Hörspiele, Technik, Geocaching und vieles weitere.

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