Hühneraugen sind keine Nachtsichtgeräte

Mein Kopf hat ne Macke. Er stellt Verbindungen zwischen völlig unabhängigen Sachen her, und hält sie auch noch für grundlogisch!

Ja wirklich, mein Kopf hat ne Macke. Er verdreht mir manchmal logische Zusammenhänge, wider jedes besseren Wissens.

Frühstück fertig. Zeit für einen Streifzug mit meiner besseren Hälfte durch den bauernhöfischen Garten der „Schwiegereltern in spe“. Und da zu einem Bauernhof eben auch Hühner gehören, die morgens rausgelassen und gefüttert werden wollen, führt uns unser Streifzug natürlich auch zu eben diesen Hühnern. Zu tun habe ich da natürlich nichts, ich habe ja keine Ahnung von Hühnern. Dafür aber zum Beispiel von Kameras. Und genau jetzt kommt mein merkwürdiger Kopf ins Spiel.

Ich stehe dort also an den Zaun gelehnt, und schaue den Hühnern zu, wie sie erst fröhlich durch den Garten und schließlich zu ihrem Futternapf laufen, mit dem hühnertypischen Kopfnicken. Witzige Bewegung, denkt sich mein Kopf: Ein Schritt nach vorne besteht aus zwei aufeinanderfolgenden Einzelbewegungen: Erst wird der Kopf ruckartig nach vorne gestreckt, und dann wird der restliche Körper durch die Gehbewegung nach vorne geschoben. Dabei bleibt der Kopf dann aber relativ zur Umwelt gesehen nahezu unbeweglich. Beim nächsten Schritt das gleiche: Kopf nach vorne schieben, Kopf stillhalten, Körper nachziehen. Und so weiter.

„LOGISCH“ – durchfährt es mich. Hühner haben ja schließlich sehr kleine Augen! Und wer kleine Augen hat, hat auch einen schlechten Blendenwert und vermutlich einen kleinen Sensor. Beides sorgt dafür, das Hühneraugen nicht besonders lichtstark sein dürften. Und wer wenig Licht hat, muss lange belichten. Und wer lange belichtet, muss: STILLHALTEN!

Hühner wackeln also beim Gehen mit dem Kopf, damit sie nicht alles unscharf sehen! Mit diesem Fazit habe ich sogar gar nicht soooo sehr unrecht. Nur den Weg dahin, behalte ich wohl lieber für mich…

jom

Johannes ist Kameramann, Cutter und Sprecher. Er schreibt über Fotografie, Modellbau, Videotechnik, Kajak fahren und vieles weitere.

Das könnte dich auch interessieren...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.